Wir (Kai und ich) hatten total schlecht geschlafen. Um vier Uhr schüttelte ich endlich das feuchte Bettlaken ab und stieg im feuchten Zelt wieder in die nasse Radhose. Die wenigen Meter zum Essenssaal reichten, um mit totalem Schüttelfrost und blass anzukommen. Alex und Veikko waren gerade erst von der gestrigen Etappe angekommen und Alex begrüßte mich mit einem herzlichen „Du siehst aber Scheiße aus“. Aber immerhin hatte ich zwei Stunden frierend geschlafen, im Gegensatz zu ihm 😉 Wir fuhren wieder morgens um 5 Uhr los. Der Plan für heute hieß: Zurück nach Mortagne-au-Perche. Zuerst ging es im Dunklen über 50 km nach Loudéac (gesamt 782 km), wo wir um 7:50 Uhr ankamen. Damit hatten wir die Pause in der Nacht wieder aufgeholt: Bis 8:31 Uhr hätten wir Zeit gehabt. Mit unserem großen Frühstück waren wir gerade fertig, als Alex und Veikko eintrafen, die aber ebenfalls gleich weiterfuhren. In Quédillac (gesamt 842 km) hatten wir auf dem Hinweg sehr gut geschlafen. Jetzt, auf dem Rückweg, wurde schon langsam mit dem Rückbau der Verpflegungsstation begonnen. Es waren nicht mehr sehr viele Radfahrer da. Trotzdem machten wir in Quédillac eine kurze Pause mit 15 min Powernap. Bei mir stellte sich eine blöde Verkrampfung im rechten unteren Rücken ein, so dass ich inzwischen regelmäßig anhalten und mich dehnen musste. Gleichzeitig kam mir der heutige Tag besonders heiß vor. Wir waren also ganz froh, dass nach wie vor viele Zuschauer an der Strecke standen und oft auch kostenlose Verpflegung anboten. Um 13:30 Uhr erreichten wir wieder Tinténiac (gesamt 867 km). Wir blieben nur kurz, aßen und tranken, dann ging es gleich weiter. Unterwegs gab es immer wieder tollen Schmuck am Wegesrand, so dass ich mich manchmal an die Bilder von der Tour de France erinnert fühlte. Nachmittags war es dann wirklich heiß. Die Hitze und der fehlende Schlaf ließen uns auch mal einen 10 min Powernap in einem Seitenweg machen. Ich fragte mich, warum ich nicht öfter einmal auf einer schattigen Wiese lag und durch die Blätter über mir in den Himmel schaute. Um 17:15 Uhr erreichten wir Fougères (gesamt 928 km). Am Hinweg hatten wir hier am Ortsausgang den Unfall des ohnmächtigen Amerikaners erlebt. Aber das kam uns jetzt nicht mehr in den Sinn. Wir aßen und tranken (u.a. einen Liter Orangensaft), dann ging es gleich weiter. Wir hatten noch viel vor heute. Unterwegs kamen wir immer wieder durch hübsche, lebhafte Ortschaften, wie Lassay-les-Chateaux, wo auch in der Nacht noch sehr viele Menschen in den Kneipen saßen und jeden einzelnen Fahrer feierten. Gegen 23:00 Uhr erreichten wir Villaines-La-Juhel (gesamt 1018 km). Es ging abwärts in die Stadt, das Rd rollte von allein, alles schien plötzlich leicht. Auch hier war die Ortschaft und der Weg zur Kontrollstelle so voll mit Menschen, dass ich für einen Augenblick dachte, wir wären schon im Ziel. Waren wir natürlich nicht. Im Gegenteil: Heute spürte ich die Kilometer, vor allem wegen meines Rückens. Ich hatte Schmerzen und saß teilweise sehr schräg auf dem Rad. Kai fragte mich, ob ich noch fahrtauglich sein. Aber zum Glück war ich wenigstens im Kopf noch klar und nicht übermüdet, so dass ich keine Gefahr sah. Wir machten wieder ein Powernap, gut für meinen Rücken und für Sekundenschläfe. Dann ging es auf die letzte Etappe des Tages, ca. 90 km nach Mortagne-au-Perche. Schön an der Etappe war, dass wir fast keine Autos mehr sahen. Im Gedächtnis bleiben werden mir die vielen herrenlosen, gut beleuchteten Fahrräder und Zomies am Straßenrand, die scheinbar vor Müdigkeit vom Rad gefallen waren oder eben mit letzter Kraft in den Straßengraben navigiert sind. Und die endlosen Anstiege mit endlosen Reihen von roten Rücklichtern der vor uns fahrenden. Schlimm waren die Rückenschmerzen, die in Intervallen immer schlimmer wurden, bis wir wieder kurz anhalten und ich mich dehnen musste. Das passierte mindestens 5x auf dieser Etappe. Einmal überholte uns eine Gruppe von Radfahrern und bog dann irgendwo ab. Ich wollte aber gradeaus weiterfahren, weil ich die Gruppe für ein einen Radsportverein beim Vereinstraining hielt. Kai war fassungslos, wie ich nachts, gegen 2-3 Uhr, auf so eine Idee kommen konnte. Scheinbar war der Kopf inzwischen auch etwas müde geworden. Endlich, gegen 4:50 Uhr, kamen wir in Mortagne-au-Perche an (gesamt 1099 km). Insgesamt hatten wir „heute“ wieder 370 km und mehr als 3000 hm geschafft. Wir versuchten erst gar nicht, uns eine Unterkunft zu suchen, sondern legten uns im Eingangsbereich irgendwo hin. Aber vorher gabs noch ein Bierchen, wie jeden Abend!
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Paris-Brest-Paris 2023: Dienstag, 22.08.2023
Wir fuhren morgens um 5 Uhr wieder los. Wir hatten gut geschlafen und so fühlten wir uns gestärkt für den nächsten Tag. Der Plan für heute hieß: Nach Brest und wieder zurück bis Gouarec. Heute wurde es deutlich bergiger, auch wenn die Höhenmeter ähnlich waren wie gestern. Es ging durch den Parc naturel régional d’Armorique und über den Gipfel der Tour, den Roc’h Trévezel. Der erste Kontrollstelle Loudéac erreichten wir nach insgesamt 435 km um circa 7:40 Uhr. Wir frühstückten in aller Ruhe, denn wir hatten das „schwierige“ Etappenziel für den heutigen Tag geschafft. Ein Etappenziel war schwierig, wenn wir nach dem Frühstück nur wenig Zeit hatten, um es zu erreichen. Und in Loudéac mussten wir spätestens um 8:31 Uhr ankommen und die Strecke von der Übernachtung bis Loudéac betrug 56 km. Wir fuhren schon längst keinen 30er-Schnitt mehr und dann konnte ein kleiner Defekt schnell großen Stress verursachen. Tatsächlich spielte sich dieses Problem jeden Morgen in gleicher Weise ab. De Verpflegungsstelle „Saint Nicolas-du-Pélem“, nach insgesamt 482 km, ließen wir liegen. Bald danach kam dann die Geheimkontrolle in Canihuel (ca 10:30 Uhr). Die Kontrollstelle „Carhaix-Plouguer“, nach insgesamt 515 km, erreichten wir am Mittag, um ca 12:20 Uhr. Es war total heiß und der Empfangsplatz lag total in der Sonne. Auf mich machte diese Kontrollstelle deshalb einen eher ungastlichen Eindruck. Wir blieben deshalb auch nur relativ kurz, bevor wir dann auf die letzte Etappe aufbrachen, zum Zwischenziel in Brest. Der Weg führte dann durch den Parc naturel régional d’Armorique und über den Gipfel der Tour, den Roc’h Trévezel. Kai und ich waren ausgesprochen gut drauf und überholten jeden Randonneur, der in den Weg kam. Dieser verschwenderische Umgang mit den körpereigenen Reserven sollte sich allerdings bei mir noch rächen. Die Kilometer vor Brest empfand ich am gemeinsten. In Landerneau, der Stadt vor Brest, kamen wir zuerst ans Meer. Gedanklich waren wir also schon am Ziel. Aber dann kamen noch unendlich viele Hügel, die wir noch überqueren mussten und die sich auf über 200 hm summierten, bis wir endlich um 16:40 Uhr in Brest an der Kontrollstelle ankamen. Insgesamt hatten wir dann 604 km zurückgelegt. Bei der Ankunft wurden wir mit bretonischer Live-Musik begrüßt. Leider war es wieder sehr heiß und wirkte dadurch nicht besonders gastlich. Wir blieben deshalb nicht besonders lang. Außerdem hatten wir noch 130 km vor uns. Am Ortsausgang kamen wir dann am Strand und an der Pont de l’Iroise vorbei. Für mich war die Pont de l’Iroise der Höhepunkt des Tages und das Symbol, dafür, dass wir wieder auf dem Nachhauseweg waren. Zuerst kam dann in „Pleyben“ wieder eine Geheimkontrolle (ca 20:20 Uhr). Danach ging es dann weiter zur Kontrollstelle Carhaix-Plouguer (insgesamt 697 km), wo wir ca 22:20 Uhr ankamen und nach einem Stempel und einer Cola weiterfuhren bis zum Verpflegungspunkt „Guarec“ (insgesamt 732 km), wo wir um ca 0:30 Uhr ankamen. Die Unterkunft bestand hier aus Zelten und Feldbetten. Zudeck war ein Bettlaken. Da es in der Nacht total nebelig war, war alles nass und wir froren bitterlich! Wir hatten heute wieder ca 350 km geschafft und wieder ca 3500 hm.
Paris-Brest-Paris 2023: Montag, 21.08.2023
Die Nacht war früh zu Ende. Zum Glück: es war kalt, es war unruhig und jeder war aufgeregt. Die Nacht war kein Genuss gewesen. Wir fuhren zum Startgebiet und stellten uns für unseren Startblock an. Veikko und Alex waren noch früher aufgestanden und angereist, waren aber dennoch etwas spät dran. Wir trafen uns erst eine halbe Stunde vor dem Start. Um 5:30 Uhr ging es im Park des Schlosses auf die Reise. Die erste Stunde Fahrt im Dunklen kam mir sehr unruhig vor, jeder versuchte möglichst weit vorne dabei zu sein, so als ginge es hier um eine kurze Tour. Den Beginn des Weges kannten wir schon, denn es ging genau an unserem Hotel von gestern vorbei. Der erste Abschnitt ging bis zur Verpflegungsstation „Mortagne-au-Perche“, ca 120 km. Die Strecke war ein stetes Auf- und Ab, landschaftlich sehr schön und radfahrerisch machbar. Der erste Kontrollpunkt war in Villaines-la-Juhel, bei ca. 203 km. Wir kamen da ungefähr um 14:45 Uhr an. Die Besonderheit hier war, dass jeder Randonneur eine Schülerin/Schüler als persönlichen Helfer zur Seite bekam. Bei Kaufen der Verpflegung / Getränke übernahm es der kleine Helfer, das Tablett zu tragen und uns dann in den Essenssaal zu führen. Alle hatten ein einheitliches T-Shirt an und waren ungeheuer emsig.Aber auch die Lage der Kontrollstelle und die Begeisterung der Zuschauer empfand ich hier am besten. Bis hierhin waren wir zügig unterwegs gewesen. Zweiter Kontrollpunkt des Tages war Fougères, bei 293 km. Hier kamen wir gegen 19 Uhr an. Kurz nachdem wir wieder losgefahren waren, am Ortsausgang von Fougères, kamen wir an einen Unfall: ein amerikanischer Randonneur ist wohl schwindelig geworden und dann war er gegen eine Laterne gefahren. Als wir hinkamen war er noch ohnmächtig. Er wurde schon erstversorgt, aber da wir einen Arzt dabei hatten, sind wir natürlich eine halbe Stunde geblieben, bis der Notarzt kam. Es schien so, als wäre nichts Schlimmeres passiert, aber natürlich musste der Randonneur ins Krankenhaus und konnte bestimmt nicht weiterfahren. Dritter Kontrollpunkt war in Tinténiac bei 354 km, wo wir gegen 22:20 Uhr ankamen. Wir fuhren aber noch weiter bis zum Verpflegungspunkt Quédillac. Am Ende hatten wir also 380 km und mehr als 3200 hm auf dem Tacho. Die Übernachtung in Quédillac war zwar in einer Massenunterkunft, aber sehr gemütlich und warm, so dass wir sehr gut bis zu 3 Stunden schlafen konnten.
Paris-Brest-Paris 2023: Sonntag, 20.08.2023
Wir frühstückten bei sehr gutem Wetter im Hotel auf der Terrasse. Es waren noch weitere Randonneure im Hotel und so entstand wieder eine muntere Plauderrunde. Dabei waren wir die Junioren: ein anderer Deutscher war schon mehrfach hier am Start und strebte 60 Stunden an. Ein Schwede hatte Paris-Brest-Paris schon 7x gemacht, aber auch schon London-Edinburgh-London und sogar das RAAM. Nach dem Frühstück wurden die Räder final gepackt, Startnummern angebracht etc.. Mein Rad sah dann final so aus: Am späten Vormittag checkten wir aus und fuhren nach Rambouillet, wo wir Veikko und Alex trafen, die am Auto ihre Räder fertig machten, um noch eine Testrunde zu fahren. Unsere Rucksäcke ließen wir bei Alex im Auto. Kai und ich gingen dann auf die Radmesse und kauften ein paar Kleinigkeiten und bewunderten die ausgestellten Randonneur-Räder. Es war ziemlich heiß am Mittag und so legten wir uns schließlich unter ein paar Bäume und warteten auf Veikko und Alex. Von mir aus hätten wir jetzt auch schon losfahren können. Ab 16 Uhr begannen die ersten Starts. Zuerst kam das Starterfeld der „Schnellen“, die sich für maximal 80 Stunden angemeldet hatten. Später am Abend kamen dann die „Langsamen“ (a.k. die „Klugen“ und die „Anfänger“). Die „Halbschnellen“ (wir!), die wir uns für 84 Stunden angemeldet hatten, starteten erst am Montag früh zwischen 5:00 und 6:00 Uhr. Wir schauten den ersten Starts zu. Unglaublich, wie gutgelaunt die Teilnehmer da starteten, während ich immer mehr Angst vor der ganzen Sache bekam! Am Ende jedes Startfeldes gab es dann auch immer einen Startblock mit „Sonderfahrzeugen“ wie Tandems oder diese Seifenkisten: Dann ging es noch einmal zu dem Hof, in dem wir gestern die Startunterlagen abgeholt hatten. Wir wollten herausfinden, wo die Sammelunterkunft ist, in der wir die Nacht von Sonntag auf Montag schlafen würden. Gestern konnte uns das noch niemand sagen, aber heute Nachmittag wusste endlich jemand, wo wir ab 20:00 Uhr hingehen müssten. Alex und Veikko fuhren heute sehr früh in ihr Hotel zurück, weil sie auch schon mitten in der Nacht wieder raus mussten, um zum Start zu kommen. Kai und ich tranken noch ein Bierchen in Rambouillet und aßen Pommes dazu. Gegen 20 Uhr fuhren wir dann wieder zum Hof mit den Startnummern im Schlossgarten (“Bergerie nationale de Rambouillet”) und stellten uns für die Unterkunft an. Tatsächlich übernachtete hier nur ein kleiner Teil der Randonneure, nur die, die sich für das Starterfeld mit 84 Stunden angemeldet hatten und die keine richtige Unterkunft gefunden hatten. Die Unterkunft war wirklich spartanisch. Es gab knarzende Feldbetten ohne Zudeck in einem Saal mit ca 50 Feldbetten. Alle Schläfer waren aufgeregt, es war kalt in der Nacht, die ersten standen bereits um 3:30 Uhr wieder auf. Kurz gesagt: Wir haben miserabel geschlafen. Merke: Keinesfalls einen Platz mit Steckdose in der Nähe nehmen! Dann kommt ständig einer, der sein Handy laden will!
Berlin – Rom: Die Planung
Die Tour gliedert sich in drei Teilstrecken: 1. Abschnitt: Berlin – München Tag Berlin -> München mit Dietmar: Strecken von BMB, ca. 720 km, 4 Tage 24.06.2023Samstag Aufbruch in BerlinFahrt nach Leipzig (ca 212 km ab Reinickendorf)Unterkunft im Hotel „Galerie Hotel Leipziger Hof“ (bei Booking.com gebucht)Route: https://www.komoot.de/tour/1168804796?ref=wtd 25.06.2023Sonntag Fahrt Leipzig nach Regnitzlosau/Raitschin (ca. 183 km ab Leipzig)Unterkunft im Gasthof „Gasthof Raitschin“ (im Hotel direkt gebucht)Route: https://www.komoot.de/tour/1168818916?ref=wtd 26.06.2023Montag Fahrt Regnitzlosau/Raitschin nach Regensburg (ca. 184 km)Unterkunft im Hotel Kaiserhof am Dom (bei Booking.com gebucht)Route: https://www.komoot.de/tour/1168828515?ref=wtd 27.06.2023Dienstag Fahrt Regensburg nach München (141 km)Unterkunft im GS Hotel (bei Booking.com gebucht)Route: https://www.komoot.de/tour/1168837612?ref=wtd 2. Abschnitt: München – Peschiera del Garda Tag München – Peschiera del Garda über den Brenner, ca. 455 km, 3 Tage 28.06.2023Mittwoch Fahrt München nach Innsbruck (ca. 160 km)Route: https://www.komoot.de/tour/1168894004?ref=wtd 29.06.2023Donnerstag Fahrt Innsbruck nach Bozen (ca. 141 km)Route: https://www.komoot.de/tour/1168903536?ref=wtd 30.06.2023Freitag Bozen nach Peschiera del Garda (ca. 154 km)Route: https://www.komoot.de/tour/1168908883?ref=wtd 01.07.2023Samstag Ruhetag am Gardasee 3. Abschnitt: Peschiera del Garda – Rom Tag Peschiera del Garda – Rom (4 Tage) 02.07.2023Sonntag Fahrt von Peschiera nach Vergato (ca 177 km)Route: https://www.komoot.de/tour/1170591058?ref=wtd 03.07.2023Montag Fahrt von Vergato nach Siena (ca 153 km)Route: https://www.komoot.de/tour/1170599647?ref=wtd 04.07.2023Dienstag Fahrt von Siena nach Siena nach Viterbo (ca 151 km)Route: https://www.komoot.de/tour/1170667293?ref=wtd 05.07.2023Mittwoch Fahrt von Viterbo nach Rom (ca 85 km)Route: https://www.komoot.de/tour/1170672271?ref=wtd 06.07.2023Donnerstag Ruhetag in Rom 07.07.2023 Heimfahrt
Isar-Radweg, Tag 2: Ismaning nach Scharnitz (166 km)
Das Frühstück in der Post (ab 6 Uhr) war besonders reichhaltig, neben Bayerischem (Brezn, Obatzda & Co.) kitzelten auch internationale Spezialitäten wie Hummus und Bulgur den Gaumen. Das trübe, kühle und feuchte Wetter ließ eher an eine Winter-, denn eine Frühlingstour denken. Voll ausgerüstet für Schlechtwetter fanden sich alle Teilnehmer ein und wurden von Peter um 2 nach 8 zur Abfahrt gemahnt, nicht ohne zuvor ein Gruppenfoto zu schießen, dem im Laufe der Tour noch einige folgen sollten. Der Weg führte uns bei rund 10 Grad, starker Bewölkung und leichtem Niesel direkt zur Isar, wie es sich gehört auf unbefestigten und häufig auf Schotterwegen. Die obligatorischen Reparaturstops wurden in der ersten halben Stunde absolviert, Thilo mit Kettenproblem, das er händisch auf (für mich) wundersame Weise mit allerlei feinmotorischem Einsatz von intrikatem Werkzeug löste – was man so alles dabeihaben kann – und Kai mit einen schlappen tubeless-Reifen, den er behende auswechselte, allerdings erst nach Freisetzung seiner fahrradmechanischen Fähigkeiten durch ein kurzes, herzhaftes Fluchen. Danach blieben wir von Pannen (abgesehen von einem kleineren Problem bei Kai – ebenfalls nach kurzem Fluch in kürzester Zeit bewältigt) und Unfällen verschont. Dank schlechten Wetters war der Isar-Wanderweg frei von Publikum, was smoothes und zügiges Vorwärtskommen ermöglichte. München ließen wir rechts liegen, um nach einer ersten heftigen gravelligen Steigung den mondänen Vorort Grünwald (hohe Villen-, Bentley- und Tesla-Model-X-Dichte) zu durchqueren, bevor wir wieder an den Isarweg einbogen. Dieser führte uns mit unbefestigten, aber einfachen Gravel-Wegen nach Süden mit Blicken auf Isarauen und kanalisierte Flussabschnitte hurtig nach Süden, der Blick auf die Berge stets begrenzt durch Wolken auf halber Höhe. Bei Wolfratshausen überquerten wir den Fluss und setzten über abwechslungsreiches Terrain abseits der Isar den Weg vorbei an Geretsried fort, um beim Isarstausee Bad Tölz wieder auf unseren namensgebenden nassen Begleiter der Reise zu stoßen. Nun wieder flussnah vorbei an Bad Tölz und mit einem Seitenwechsel bei Obergries freuten wir uns auf Labsal im Gasthof Pfaffensteffl in Lenggries, wo Holger eine zünftige bayerische Brotzeit mit Wurst, Schinken, Käse, Rettichraspeln, Getränken und Kaffee für uns organisiert hatte. Großen Dank an den edlen Spender! Als besonderes Schmankerl hatte er einen alten Freund eingeladen, den zweimaligen Fahrrad-Olympioniken und vielfachen Meister der 60er Jahre Burkhard Ebert (https://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_Ebert), mit dem wir angeregt plauderten. Wann trifft man schon mal eine solche historische Gestalt des Sports mit Wikipedia-Eintrag, deren Leistungen mit einfachster Fahrradtechnik uns komfortverwöhnten Hightech-Radlern immer wieder Hochachtung abnötigen. Mit gebunkerten Kalorien und den niedrigen Temperaturen um die 7 Grad trotzend, bewegten wir uns überwiegend auf Gravel-Strecken südwärts und erreichten den sich eindrucksvoll in der Berglandschaft erstreckenden Sylvensteinsee. Im weiteren Verlauf genossen wir Blicke über die urwüchsig-natürliche Isar-Flusslandschaft bis Mittenwald, vorbei an der Kaserne der legendären Gebirgsjäger. Danach war es zwar immer noch nicht trockener und wärmer, aber die Elite (Thilo, Cornelia und Kai, Klaus, Dietrich und Dietmar) spornte das umso mehr an, die Tour noch mit dem Anstieg zur Isarquelle zu krönen. Derweil opferten sich Peter und ich, um den Gasthof Ramona zu inspizieren. Dort empfing uns bereits Holger, mit dem wir nach Beziehen der Zimmer ein oder zwei Zipfer-Helle vom Fass genossen. Nach 1 ½ Stunden traf auch die Isarquellen-Crew ein, erstaunlich fit wirkend, und wir ließen den Abend ins gemütliche Abendessen übergleiten, nicht ohne von Peter eindringlich an den Starttermin 8 Uhr erinnert zu werden. Danke nochmal an Klaus, der mich als Strava-Kumpel einlud, so dass ich die Tour trotz selbsttätig vom Handy entkoppeltem Garmin Kudos heischend in meinen Account stellen konnte. Der ein oder andere soll anschließend auf dem Zimmer auch noch einen Blick auf den zeitgleich laufenden ESC geworfen haben. [osm_map_v3 map_center=“autolat,autolon“ zoom=“autozoom“ width=“100%“ height=“450″ file_list=“../../../../wp-content/uploads/sites/7/2023/06/2023-05-13-Ismaning-Isarquelle.gpx“ type=“basemap“ file_color_list=“purple“ control=“scaleline,overview“ file_title=“Basemap“] Bericht von Rolf Diekmann (erschienen auf der Teamwork-Homepage)Videos von Thilo Kudelka, Bilder von den Teilnehmern.
Isar-Radweg, Anreise 12.05.2023
Die hervorragend von Thilo gescoutete Graveltour begann beim Zusammentreffen im Ristorante „Al Ruscello“ im Nebengebäude des Hotels zur Post, in dem mein Bruder Peter für die Teilnehmer Zimmer gebucht hatte. Als Mitradler waren dabei neben den beiden Planern Cornelia und Kai, Klaus, Dietrich und Dietmar nebst Gattinnen, die sich einen München-Aufenthalten mit Shopping gönnen würden. Autos und Räder konnten wir im labyrinthischen Tiefgaragensystem parken, großzügigerweise ließen uns die Hoteleigner unsere Autos bis Sonntag dort stehen – ohne Extra-Gebühr. Holger war ebenfalls dabei, leider verletzungsbedingt (toi toi toi für die OP am Montag), nicht per Rad, sondern als „Begleitfahrzeug“. Bei bayerischem Hellen und alkoholfreien Alternativen, knuspriger Pizza und anderen italienischen Spezialitäten wurde locker geplaudert, denn viel zu planen gab es ja dank der exzellenten Vorbereitung nicht. Wir wurden strengstens auf den Startzeitpunkt 8 Uhr am nächsten Morgen eingeschworen. Bericht von Rolf Diekmann (erschienen auf der Teamwork-Homepage)Videos von Thilo Kudelka, Bilder von den Teilnehmern.