Berlin – Baška Voda 2026

1.843 km und 17.530 Höhenmeter in 16 Tagen – von Berlin durchs Erzgebirge, über Wien und den Balkan bis an die kroatische Adria, inklusive Gipfeltour auf den Sveti Jure.

Tag 6: Wien – Seebenstein – Wiener Neustadt (104,9 km, 520 hm)

Ich startete wieder früh in den Tag. Dietmar konnte heute ausschlafen, sein Zug ging erst gegen 11 Uhr. Das Frühstück war sehr gut, aber ohne Dietmar viel schneller vorüber. Nach dem Frühstück kam Dietmar und wir nahmen Abschied.

Die ersten Kilometer durch die Stadt waren recht nass. Aber als ich den Stadtrand erreichte, hörte der Regen auf.

📍 Wien
📍 Wien
📍 Wien
📍 In der Nähe von Baden am Wiener Neustädter Kanal
📍 In der Nähe von Baden am Wiener Neustädter Kanal
📍 In der Nähe von Baden am Wiener Neustädter Kanal
📍 Wiener Neustädter Kanal unter der Autobahn A2
📍 In der Nähe von Sollenau
📍 In der Nähe von Sollenau
📍 Wiener Neustadt
📍 Wiener Neustadt
📍 Katzelsdorf/Leitha
📍 Katzelsdorf/Leitha
📍 Lanzenkirchen

In Seebenstein passierte dann mein Sturz: Auf einer guten und leeren Straße durch ein Neubaugebiet war ich vielleicht nicht ganz aufmerksam, als plötzlich auf einer Kreuzung ein Plateau vor mir auftauchte. Ich konnte nicht mehr bremsen und fuhr in voller Geschwindigkeit frontal auf die Kante. Neben einigen Schürfwunden am linken Arm und Bein hatte ich keine Verletzungen. Aber das Rad war beschädigt: Das Vorderrad hatte einen deutlichen Schlag, denn die Felge war gebrochen! Und das an einem Samstag Nachmittag in Österreich auf dem Land!

📍 Seebenstein
📍 Seebenstein
📍 Seebenstein
📍 Seebenstein

Ein solcher Defekt an einem Samstag Nachmittag auf dem Land war natürlich für sich allein genommen schon ein Problem. Hier in Seebenstein kam aber noch hinzu, dass die Züge nicht fuhren und es einen Bus-Ersatzverkehr hab.

Ich wartete also auf den Bus. Der Busfahrer erklärte mir, dass er mein Rad nicht mitnehmen dürfte. Aber nachdem ich ihm meine Schürfwunden gezeigt hatte, ließ er sich doch erweichen und nahm mich und mein Rad mit bis zur Endstation "Aspang Markt".

In Aspang Markt fuhr aber auch kein Zug und so nahm er mich wieder in die Gegenrichtung mit bis nach Wiener Neustadt. Im Bus verbrachte ich die Zeit damit, Radgeschäfte zu googeln. Ich fand einen Laden in Wiener Neustadt, der noch geöffnet hatte. Also schob ich mein Rad eine halbe Stunde zu dem Laden, der zwar einen netten Verkäufer hatte, aber natürlich nicht helfen konnte. Es gab nur ca 10 Räder zum Verkauf, aber keine Ersatzteile.

📍 Aspang Markt

Total deprimiert schob ich das Rad zurück zum Bahnhof. Der Plan war jetzt, mit dem Zug nach Wien zurück zu fahren, bis Montag zu warten und das Rad am Montag früh reparieren zu lassen. Auch ein Abbruch der ganzen Reise war plötzlich eine ernste Option.

Es gab zwei Züge in einer Stunde. Den ersten verpasste ich, weil er so voll war, der zweite klappte. Und dann kam plötzlich das Glück zurück!

📍 Baden

Zwei Radfahrer, Günther und Michael aus Baden (kurz vor Wien), die ebenfalls den Zug in Richtung Wien verpasst hatten, stiegen mit mir ein. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte von meinem Problem.

Günther bot an, dass ich das Vorderrad seiner Frau abkaufen könnte, damit ich weiterfahren könnte. Michael meinte, dass er noch ein ungenutztes Vorderrad in seinem Keller hätte, das er mir schenken würde. Ich war total überwältigt von dieser Hilfsbereitschaft! Ich stieg mit den beiden in Baden aus dem Zug, einem Ort vor Wien.

Wir fuhren zu Günther nach Hause, wo wir das Vorderrad seiner Frau probierten. Es passte! Dann kam Michael mit seinem Vorderrad. Hier gab es leider ein Problem mit der Befestigung der Bremsscheibe. Also bot Michael kurzerhand an, mit mir zum Stadler nach Wien zu fahren, um dort das Ersatzteil zu kaufen. Wir waren ca eine halbe Stunde unterwegs (einfach!), kauften das Ersatzteil für 15 Euro und fuhren zurück nach Baden.

In der Zwischenzeit hatte Günther mein Rad untersucht und u.a. festgestellt, dass das große Kettenblatt auch verbogen war. Er hat das wieder gerade gebogen und auch sonst noch allerlei gecheckt. Als wir zurück in Baden waren, mussten wir noch das neue Vorderrad montieren und die Bremse neu einstellen. Dann war alles wieder in Ordnung. Das Vorderrad bekam ich geschenkt.

Wir tranken noch ein Bier zusammen, ich bedankte mich herzlich für die großartige Hilfe und verabschiedete mich. Ohne Günther und Michael hätte ich mindestens zwei bis drei Tage verloren, wäre unendlich frustiert über das Wochenende in Wien rumgehangen und hätte nur mit viel Glück am Montag ein neues Rad kaufen können.

📍 Baden
📍 Wiener Neustadt

Um mein Rad zu testen fuhr ich wenigstens noch die ca 25 km bis Wiener Neustadt (zum zweiten Mal heute). Ich kam zwar erst spät an, aber ich hatte ein gutes, zentrales Hotel und fand auch noch eine nette Pizzeria auf dem Marktplatz, wo ich zu Abend aß. Ich war ziemlich ko, aber auch sehr glücklich über die Wendung des Tages. Ich hatte wieder ein funktionierendes Rad und konnte die Reise fortsetzen.